31/08/2026 0 Kommentare
Über den Wolken – ein Gottesdienst unter freiem Himmel
Über den Wolken – ein Gottesdienst unter freiem Himmel
# 1.3 Aktuelles aus Gustav-Adolf

Über den Wolken – ein Gottesdienst unter freiem Himmel
Picknickdecken statt Kirchenbänke, Abendhimmel statt Kirchenfenster und Gedanken, die den Blick nach oben richten: Am Sonntag, 30. August, lud die Gottesdienstreihe „vernetzt“ unter dem Titel „Über den Wolken“ auf den Goslarer Platz ein.
Schon die Einladung war etwas anders als sonst: Wer kommen wollte, brachte einfach eine Picknickdecke, ein Kissen oder einen Klappstuhl mit. Und so versammelte sich die Gemeinde um 18 Uhr auf der Wiese – mitten im Kiez, unter freiem Himmel und mit viel Platz für den Blick in den Himmel.
Der Gottesdienst begann passend zum Titel mit Gitarre und einem Klassiker: „Über den Wolken“ von Reinhard Mey. Pfarrer Oliver Neick nahm die Gemeinde anschließend mit auf eine Traumreise. Für einige Minuten wurde es ruhig, der Alltag durfte in den Hintergrund treten und die Gedanken gingen auf eine Reise in die Wolken. Ein kleiner Moment zum Innehalten und Durchatmen.
Danach wurde es wieder gesprächiger. In kleinen Murmelgruppen tauschten sich die Besucherinnen und Besucher über Fragen aus, die zum Thema des Abends passten: Braucht die Freiheit Grenzen? Und: Wie finde ich im Alltag auch einmal Zeit, innezuhalten? Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt – und vielleicht gerade deshalb gute Fragen für einen Sommerabend auf der Wiese.
Zwischendurch sorgte der ONE VOICE GOSPEL CHOIR für musikalische Akzente. Die Stimmen des Chores brachten Energie und Bewegung in den Gottesdienst und bildeten einen schönen Kontrast zu den ruhigen Momenten der Traumreise und den persönlichen Gesprächen.
Zum Abschluss sollten die persönlichen Fürbitten tatsächlich in den Himmel geschickt werden. Jede und jeder konnte einen Wunsch, ein Gebet oder eine Bitte auf einen kleinen Zettel schreiben. Die Zettel wurden an Heliumballons befestigt, die anschließend in die Wolken steigen sollten. Nur: Die Rechnung hatten wir ohne die Schwerkraft gemacht. Die Zettel waren schlicht zu schwer für die Ballons. Also wurde kurzerhand umdisponiert. Die Ballons flogen ohne Fürbitten davon – und die beschriebenen Zettel finden ihren Platz am Kirchturm. Vielleicht war das am Ende sogar das passendere Bild: Nicht alles muss in die Ferne fliegen. Manche Gedanken dürfen auch dort bleiben, wo wir als Gemeinde zuhause sind.
So ging ein besonderer „vernetzt“-Gottesdienst zu Ende: mit Musik im Ohr, Gedanken im Kopf und Fürbitten am Kirchturm. Und mit der Erfahrung, dass Kirche manchmal genau dort stattfinden kann, wo man sie vielleicht nicht erwartet – auf einer Wiese, mitten im Kiez, unter dem offenen Himmel.
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